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Einführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ventrale Rumpfwand reicht vom Hals bis zum Lig. inguinale (Leistenband), das die Grenze zwischen Stamm und dem Bein bildet.

Gemäß meinem Prinzip, die Präparieranleitung so zu erstellen, dass Sie die einzelnen „Bauteile“ entsprechend Ihren Bedürfnissen zusammen stellen können, habe ich die ventrale Rumpfwand unterteilt in:

  • Brustwand mit der Achselhöhle
  • Bauchwand mit dem Leistenkanal.

Wenn Sie auf die ventrale Bauchwand, also die Brust und den Bauch schauen, fällt Ihnen zuerst eine Zweiteilung auf, die Brust, die vom Brustkorb geschützt wird, sowie die nur von Muskeln umgebene Bauchwand.

Bei jungen oder untergewichtigen Menschen sind die einzelnen Rippen oft deutlich zu erkennen. Außerdem sehen Sie die unter der Haut hervortretenden Claviculae (Schlüsselbeine – auf beiden Körperseiten). Das Brustbein (Sternum) ist deutlich zu tasten. Bei Frauen sind die Mammae (Brustdrüsen) in unterschiedlicher Ausprägung deutlich zu erkennen.

Im Bauchbereich sieht man zunächst den Nabel. Bei jungen, muskulösen Männern zeigt die Bauchwand den sogenannten Sixpack, der dadurch entsteht, dass die Bauchmuskulatur besonders trainiert ist und dadurch der M. rectus abdominis hervor tritt, die Einziehungen entstehen durch 3 oder 4 Interesectiones tendineae, das sind sehnige Verbindungen zwischen den einzelnen Muskelteilen des M. rectus abdominis.

 

 

 Brustwand

Hautparäparation

 

 

 

 

 

 

 

Schnittführung

Die Schnitte verlaufen:

a. Entlang der Clavicula (Schlüsselbein) zum Acromion (Teil des Schulterblattes) und weiter bis unterhalb des M. deltoideus.

b. Vom oberen Rand des Sternum (Brustbein) bis zum unteren Rand des Brustbein (Processus xiphoideus), dann quer, dem Rippenbogen entlang zur Seite.

c. In der Achxilarlinie werden die Schnitte a. und b. miteinander verbunden.

d. Die Brustwarze (Areola mammae) wird kreisrund umschnitten.

 

 

 

 

 

 

Präparieren

1. Präparieren der Haut

Dort, wo sich zwei Schnitte schneiden, nehmen Sie mit der Pinzette einen Hautzipfel und fahren mit der stumpfen Seite des Skalpells durch kurze Schnittbewegungen hin und her.

Beginnen Sie an der Medianlinie mit dem Präparieren der Haut. Sobald Sie einen größeren, mit den Fingern greifbaren Hautbereich frei präpariert haben, halten Sie den Hautzipfel mit den Fingern, weil Sie die Haut so besser spannen können. Tragen Sie die gesamte Haut ab.

Unter der Haut liegt das Unterhautbindegewebe (Subkutis), in dem eingelagertes Fett durch straffe Bindegewebszüge in Kammern unterteilt ist. Bei der Hautpräparation bleibt dieses Unterhautbindegewebe (Subkutis) zunächst erhalten, weil in ihm die Hautnerven und Hautvenen verlaufen, die Sie noch präparieren müssen.

Achten Sie darauf, keine Löcher in die Haut zu schneiden – das ist nicht tragisch, aber durch konzentriertes Arbeiten lernen Sie frühzeitig, das Skalpell geschickt und verantwortlich zu benutzen.

Bei weiblichen Leichen ist die Brüstdrüse zu erhalten! Lassen Sie die Brustwarze und den Warzenhof am Präparat.

2. Präparieren im Bereich der Subkutis (Unterhautbindegewebe)

Die Subkutis befestigt die Haut an der Körperfaszie, die unter der Subkutis liegt. Die Subkutis besteht aus Bindegewebszügen, die die Fettzellen umschließenden. Innerhalb der Subkutis verlaufen die Hautnerven und die Hautgefäße.

Suchen Sie zunächst einige der Hautnerven der Nn. intercostales (Interkostalnerven) auf, die segmental austreten. Das sind

  • ventral die Rami cutanei anteriores
  • dorsal die Rami cutanei posteriores.

 

1.      Die Ramie cutanei anteriores gelangen am Rand des Brustbeins (Sternum) zusammen mit der A. und V. thoracica interna aus dem Interkostalraum (Zwischenrippenraum) in den Subkutis. Präparieren Sie in einem der zwischen den Rippen liegenden Raum (= Interkostalraum) nahe dem Sternum vorsichtig in die Tiefe und suchen eine dunkle Vene auf (dunkel, weil blutgefüllt). DieseV. intercostalis verfolgen Sie bis zu ihrem Durchtritt durch die Faszie. Da die Gefäße und Nerven am gleichen Punkt austreten, finden Sie so sicher einen Ramus cutaneus anterior, den sie nun zusammen mit der A. und V. intercostalis nach lateral frei präparieren. Präparieren Sie noch einen über oder unter diesem Hautnerven liegenden weiteren Hautnerven frei und entfernen Sie das Fett- und Bindegewebe in den beiden Interkostalräumen.

    1. Die Ramie cutanei laterales teilen sich zumeist bereits in zwei Äste (Ramus anterior und Ramus posterior), bevor sie die Faszie im Bereich der vorderen Axillarlinie durchtreten. Präparieren Sie einen Interkostalraum im Bereich der vorderen Axillarlinie

3.      Im Bereich der vorderen Axillarlinie verläuft auch die V.                thoracoepigastrica, über die die Hautnerven verlaufen. Pärparieren Sie die V. thoracoepigastrica.

    1. Die V. cephalica verläuft in einer Rinne zwischen dem M. deltoideus und dem M. pectoralis major zum Trigonum clavipectorale, wo sie in der Tiefe in die V. subclavia mündet. Entfernen Sie in der Rinne (Sulcus deltoideopectoralis) das Subkutangewebe und präparieren Sie die V. cephalica frei.
    1. Im vorderen Brustbereich können Sie die vom Hals absteigenden Nn. supraclaviculares darstellen (wenn der Hals bereits präpariert ist).
    1. Tragen Sie nun die gesamte Subkutis ab. Lassen Sie die Hautnerven stehen.
      Stellen Sie die Gefäßäste der A. und V. thoracica lateralis dar, die am Seitenrand des M. pectoralis minor in der Subkutis nach abwärts verlaufen .
    1. Die oberflächliche Körperfaszie wird über dem M. pectoralis major als Fascia pectoralis bezeichnet. Die Fascia pectoralis geht im Bereich der Achsel in die Fascia axillaris über. Bauchwärts müssen Sie auf die dünne Vagina achten, die den M. rectus abdominis umhüllt (Vagina m. recti abdominis) – siehe hierzu „Bauchwand und Leistenkanal“.

 

Brustwand,

Präparation der

Muskeln, Nerven

und Gefäße

Sie haben die Subkutis das subkutane Fettgewebe über dem M. pectoralis major (Fascia pectoralis) und dem M. serratus anterior 2.51 unter Schonung der unter ihr liegenden Faszie bereits entfernt. Die präparierten Hautnerven haben Sie dabei geschont. Beachten Sie, dass die lateralen Hautnerven zwischen den Ursprungszacken des M. serratus anterior in die Subkutis gelangen.

 

 

  1. Entfernen Sie nun die Faszie über dem M. pectoralis major. Präparieren Sie den Muskeln bis zu seiner Ansatzstelle am Humerus (Oberarm). In der Achselhöhle bildet der M. pectoralis major die vordere Begrenzung der Achselhöhle. Die zuvor dargestellten Hautnerven (Rr. cutanei)sollten dabei erhalten bleiben.

 

  1. Sollten Sie seitlich vom Brustbein (Sternum) einen parallel zum Sternum verlaufenden dünnen Muskel liegen sehen, dann handelt es sich um den M. sternalis, der jedoch nur bei 2 – 4 % der Präparate zu finden sein wird.

 

  1. Stellen Sie nun die V. cephalica 2.72 dar, die vom Arm kommend durch einen Spalt (Sulcus deltoideopectoralis) zwischen dem M. deltoideus und dem M. pectoralis major zu einem kleinen Dreieck zieht, das von der Clavicula und dem M. pectoralis major begrenzt wird und Trigonum clavipectorale genannt wird. Das Trigonum clavipectorale ist von der Fascia clavipectoralis bedeckt. Gehen Sie vorsichtig mit dem Finger unter den M. pectoralis major und lösen ihn von dem unter ihm liegenden M. pectoralis minor. Seien Sie dabei sehr vorsichtig, weil der M. pectoralis minor sehr dünn ist und schnell reißen kann. Durch die Fascia clavipectoralis gelangt die V. cephalica in die Tiefe, wo sie nach medial zur V. subclavia (V. axillaris) zieht.
  1. Seitlich sehen Sie den vorderen Rand des M. latissimus dorsi 6.71, der zu den Rückenmuskeln zählt.

  2. Schneiden Sie nun mit der Schere (oder vorsichtig mit dem Skalpell) den M. pectoralis major am Rand des Sternum entlang von unten nach oben in Richtung Clavicula auf. Achten Sie zu Beginn des Schnittes auf die Rektusscheide, die hier sehr dünn ist und nicht eröffnet werden darf. die darf. Achten sie auch auf die unter der Clavicula und unter dem M. pectoralis major verlaufenden Nn. pectorales medialis und lateralis.
  1. Schlagen Sie nun den M. pectoralis major vorsichtig zur Seite. Sie sehen nun auf den M. pectoralis minor 2.52, einem dünnen Muskel. Entfernen Sie das Bindegewebe und suchen Sie am lateralen Rand des M. pectoralis minor die A. und V. thoracica lateralis auf.

 

Achselhöhle

 

 

 

 

 

 

Bei der Achselgegend unterscheiden wir zwischen der

  • Achselgrube, das ist die mit Haaren bewachsene Vertiefung zwischen der Brustwand und dem Oberarm sowie der
  • Achselhöhle (= Fossa axillaris). Die Fossa axillaris wird durch zwei Wülste, die Achselfalten begrenzt, die vordere Achselfalte wird vom M. pectoralis major, die hintere vom M. latissimus dorsi und vom M. teres major gebildet. 2.86

Die Achselhöhle besteht überwiegend aus Fett- und Bindegewebe. Sie dient als Durchgangsstelle für die zum Arm ziehenden Nerven und Gefäße. Außerdem liegen in der Achselhöhle wichtige Lymphknoten.

Zunächst müssen Sie den Arm des Präparats vom Körper weg bewegen (abduzieren), damit Sie genügend Platz zum präparieren haben. Achten Sie darauf, dass der M. pectoralis major dabei nicht einreißt 2.86.

  1. Entfernen Sie vorsichtig das Fettgewebe der Achselhöhle. Im Fettgewebe verläuft der N. intercostobrachialis, den Sie präparieren müssen. Gehen Sie mit dem Finger von einer Achelfalte aus in das Fettgewebe und heben Sie den Finger vorsichtig an. Nach mehrmaligen Versuchen müssten Sie den Nerv spüren und dann frei präparieren. Verfolgen Sie den N. intercostobrachialis bis zur Innenseite des Oberarms.
  1. Im Fettgewebe der Achselhöhe finden Sie kleine, bohnenförmige Lymphknoten (Nodi lymphatici axillares) eingebettet, die Sie zunächst erhalten sollten und bevor Sie die Fascia axillaris ablösen entfernen..
  1. Am Boden der Achselhöhle spannt bei abduziertem Arm die dünne Fascia axillaris, die in die Fascia pectoralis und am Arm in die Fascia brachialis übergeht. Nachdem Sie die Fascia axillaris präpariert haben, lösen Sie die Faszie am Rand des M. pectoralis major ab und gehen Sie stumpf in die Tiefe.
  1. Sie treffen auf den Gefäß-Nervenstrang, der den Arm versorgt. Bei der Bestimmung der einzelnen Nerven müssen Sie systematisch vorgehen, ansonsten verlieren Sie den Überblick. Der Gefäß-Nervenstrang besteht aus:
    der V. axillaris
    der A. axillaris
    den Nerven des Plexus brachialis.

  1. Lesen Sie sich zum besseren Verständnis zuvor die aus dem Plexus brachialis hervorgehenden Nerven an.
  1. Behelfen Sie sich beim Präparieren des Gefäß-Nervenstrangs mit Hilfsmitteln, indem Sie zunächst von der A. axillaris ausgehen.
    Der N. medianus entsteht aus zwei Wurzeln (Medianuszinken), die sich auf der Vorderseite der A. axillaris vereinigen. suchen Sie ihn anhand der Wurzel auf 2.74.
    Der N. ulnaris liegt medial der A. axillaris. Er ist der stärkste Ast des Fasciculus medialis.
    Der N. radialis liegt dorsal der A. axillaris. Er ist der stärkste Ast des Fasciculus posterior.
    Der N. musculocutaneus dringt in den M. coracobrachialis ein.
    Der N. axillaris zieht zur lateralen Achsellücke.
    Der N. cutaneus brachii medialis steht mit dünnen Nervenästen (Nn. intercostobrachiales) in Verbindung.
    Der N. cutaneus antebrachii medialis ist ein dünner Nerv aus dem Faciculus medialis.

  1. Entfernen Sie das Fett- und Bindegewebe bis unter der Clavicula und präparienen Sie die einzelnen Nerven und Gefäße vom Unterrand der Clavicula bis zum Arm durch. Wenn Sie stumpf und in Längsrichtung der Nerven vorgehen, werden Sie die Nerven nicht beschädigen.
  1. Wenn der Hals schon präpariert ist, versuchen Sie den gesamten Plexus brachialis darzustellen, es ist eine lohnende Arbeit!
  1. Präparieren Sie die A. subclavia und die im Bereich der Clavicula als ihre Fortsetzung beginnende A. axillaris mit ihren Ästen.
    Aus der A. subclavia gehen hervor:
    A. vertebralis (ist der erste Ast der A. subclavia).
    A. thoracica interna geht fast gegenüber der A. vertebralis aus der A. subclavia hervor und verläuft seiltich am Sternum nach kaudal.
    Truncus thyrocervicalis ist ein kurzer Ast, der medial vom M. scalenus anterior entspringt und sich gleich in seine Äste aufteilt (A. thyroidea inferior, A. cervicalis ascendens, A. suprascapularis, A. transversa cervicis).
    Truncus costocervicalis entspringt am dorsalen Wand der A. subclavia und teilt sich in 2 Äste.

    Aus der A. axillaris gehen hervor:
    A. thoracica superior (ist ein kleines Gefäß).
    A. thoracoacromialis (ist relativ kräftig) verläuft über dem M. pectoralis minor im Trigonum clavipectorale.
    A. thoracica lateralis geht hinter dem M. pectoralis minor ab.
    A. subscapularis ist ein kurzer Ast, der unterhalb des M. pectoralis minor abgeht und sich in 2 Äste aufteilt (A. thoracodorsalis, A. circumflexa scapulae).

  1. Präparieren Sie die V. axillaris und die aus ihr hervorgehende V. subclavia. Beachten sie, dass die v. subclavia mit der Fascia clavipectoralis fest verbunden ist (dadurch wird bei einer Verletzung verhindert, das die Vene kollabiert).Die kleiner Venen, die die gleichnamigen Arterien begleiten sollten Sie wegen der Übersichtlichkeit entfernen.
  1. Versuchen Sie mehrfach am Präparat die einzelnen Nerven und Gefäße zu bestimmen. Das schult Ihr Sehen und hilft sicherlich bei den Prüfungen.

 

 

 

Bauchwand

Vorbemerkungen

 

 

 

Bevor Sie mit dem Präparieren beginnen, sehen Sie sich im Atlas die Lage der einzelnen Bauchmuskeln an. Die Bauchmuskeln sind bei vielen Präparaten sehr dünn, so dass Sie aufpassen müssen, den unter einem Muskel liegenden tieferen Muskeln nicht zu verletzen.

 

Sehen Sie sich zunächst die Bauchwand an, entdecken Sie irgendwelche Narben? Diese Hinweise können wichtig sein, denn eine Vernarbung kann beim Präparieren z.B. durch Verwachsungen Schwierigkeiten verursachen. Außerdem können Narben einen Hinweis darauf liefern, welche Operationen durchgeführt wurden und ob evtl. Strukturen bei der Eröffnung der Bauchhöhle fehlen z.B. nach einer Binddarmoperation. Außerdem können Sie erkennen, ob z.B. Hernien oder ein Leistenbruch vorliegen.

 

Hautpäparation

 

 

Der Längsschnitt wird in der Mitte des Körpers gelegt, wobei der Nabel kreisrund umschnitten wird.

Der obere quere Schnitt verläuft vom unteren Rand des Brustbeins (Processus xiphoideus) entlang dem Rippenbogen zur vorderen Axillarlinie:

Der untere quere Schnitt wird entlang des Lig: inguinale (Leistenband) zur Spina iliaca posterior superior gelegt.

 

 

Bild

 

 

 

Nachdem die Haut bis zur Axillarlinie präpariert ist, suchen Sie in der Subkutis die oberflächlichen Venen auf:

  • V. epigastrica superficialis
  • V. thoracoepigastrica (siehe Brustwand).

 

Nun suchen Sie etwa 2 Fingerbreit von der Medianlinie entfernt die dünnen Rami cutanei anteriores, die aus der Rektusscheide in die Subkutis ziehen, und präparieren Sie diese dünnen Hautnerven nach lateral.

 

Die Rami cutanei laterales gelangen zwischen den Ursprungszacken des M. serratus anterior in die Subkutis. Die Rr. cutanei im Bereich des Bauchraums sind u.a. Äste des N. iliohypogastricus und des N. ilioinguinalis. Präparieren Sie jeweils auf Anweisung eines Assistenten 2 der Rami.

 

Entfernen Sie anschließend das Fett- und Bindegewebe der Subkutis bis oberhalb des Leistenkanals. Lassen Sie es um den Nabel stehen.

 

 

 

Bauchwand,

Präparation der

Muskeln, Nerven

Und Gefäße

Sie haben nun die oberflächliche Körperfaszie frei präpariert, die in diesem Bereich Fascia abdominalis superficialis genannt wird. Entfernen Sie die Körperfaszie.

 

Sie sehen nun auf das vordere Blatt der Rektusscheide (Vagina m. recti abdominis) und den M. obliquus externus abdominis 6.69. Beachten Sie bei der männlichen Leiche die Lage des Anulus inguinalis superficialis (= äußerer Leistenring) 6.69, bei der weiblichen Leiche die Lage des Ligamentum teres uteri.

 

  1. Präparieren Sie die Rektusscheide sauber, anschließend wird das vordere Blatt der Rektusscheide durch einen T-förmigen Schnitt eröffnet. Der unter dem vorderen Blatt liegende M. rectus abdominis ist durch Zwischensehnen (= Intersectiones tendineae) mit dem vorderen Blatt verwachsen. Im Bereich der Intersectiones tendineae müssen Sie das vordere Blatt der Rektusscheide daher scharf von den Zwischensehnen trennen.

 

  1. Bei den meisten Leichen finden Sie im kaudalen Bereich den M. pyramidalis, der die Linea alba spannt (dieser Muskel kann jedoch auch fehlen) 6.69.

 

  1. Nachdem Sie das vordere Blatt zur Seite geklappt und die Rami cutanei anteriores hindurch gezogen haben, sehen Sie, dass die Intersectiones auch mit der in der Medianebene liegenden sehnigen Linea alba verwachsen sind.
    Die Intersectiones sind Einziehungen, die Sie bei jungen muskulösen Männern den Sixpack verursachen.

 

  1. Präparieren Sie den M. obliquus externus abdominis sauber.

 

  1. Durchtrennen Sie nun den M. obliquus externus abdominis mit 2 Schnitten (lassen Sie sich vom HiWi helfen!!!), achten Sie darauf, den unter diesem Muskel liegenden M. obliquus internus abdominis nicht zu durchtrennen oder bereits den Bauchraum zu eröffnen. Fangen Sie am besten am oberen Muskelrand an, weil dort die Muskelfasern des Externus und des unter ihm liegenden Internus fast gegengesetzt zueinander verlaufen.


    Bild


 

  1. Klappen Sie die 4 Teile des M. obliquus externus abdominis zurück.

 

  1. Sie sehen nun auf den M. obliquus internus abdominis. Nachdem Sie die Faszie über diesem Muskel entfernt haben, durchtrennen Sie ihn mit 2 Schnitten, die T-förmigen zueinander verlaufen (HiWi fragen!).

 

  1. Heben Sie vorsichtig die Teile des M. obliquus internus abdominis ab, um die unter ihm schräg von lateral nach medial verlaufenden Nerven:
    Nn. intercostales,
    N. iliohypogastricus,
    N. ilioinguinalis
    nicht zu gefährden.

 

  1. Sie sehen nun auf den M. transversus abdominis 6.70.

 

  1. Päparieren sie die zuvor aufgelisteten Nerven.

 

  1. Trennen Sie den M. rectus abdominis etwa in der Mitte und schlagen Sie die Teile vorsichtig nach oben und unten um. Unter dem M. rectus abdominis sehen Sie die
    A. epigastrica superior – zieht direkt lateral vom unteren Teil des Sternum (Processus xiphoideus) nach unten (kaudal),
    A. epigastrica inferior – zieht von kaudal nach oben zur A. epigastrica superior.
    Beide Arterien anastomosieren miteinander. Sie werden von den gleichnamigen Venen begleitet.

 

  1. Bestimmen Sie nun die Linea alba, einen schmalen Streifen, in dem sich die Aponeurosen der Mm. obliqui externus und internus abdominis und die Aponeurose des M. transversus abdominis einer Seite mit den Aponeurosen der gegenüberliegenden Muskeln verflechten.

 

  1. Präparieren Sie nun den Leistenkanal (Canalis inguinalis)
    Sie sehen den Ausgang des Leistenkanals, der als äußerer Leistenring (Anulus inguinalis superficialis) bezeichnet wird unter der Aponeurose hervortreten 6.69. Der innere Leistenring (Anulus inguinalis profundus)
    Suchen die Begrenzungen zu lokalisieren:
    Vorderwand – wird von der Aponeurose des M. obliquus externus abdominis gebildet,
    Dach – wird vom M. obliquus internus abdominis, dem M. transversus abdominis und dem unteren Rand der Rektusscheide gebildet,
    Boden – wird durch das Lig. inguinale (Leistenband) und das Lig. reflexum begrenzt,
    Hinterwand – wird von der Fascia transversalis und dem Peritoneum (Bauchfell) begrenzt.

 

  1. Im Leistenkanal liegt bei der Frau
    das Ligamentum teres uteri, das als eines der Haltebänder des Uterus (Gebärmuter) dient,
    der N. ilioinguinalis
    der R. genitalis des N. genitofemoralis
    die A. ligamenti teretes uteri.

    Im Leistenkanal des Mannes liegt:
    der Samenstrang (Funiculus spermaticus),
    der N. ilioinguinalis,
    der R. genitalis des N. genitofemoralis.

 

  1. Fragen Sie, ob sie den Samenstrang schon eröffnen sollen. Spalten Sie ihn dann längs und suchen Sie die einzelnen Hüllen zu bestimmen (Fascia spermatica interna, M. cremaster, Fascia spermatica externa).

 

  1. Bestimmen Sie im Samenstrang:
    Samenleiter (Ductus deferens),
    A. testicularis,
    V. testicularis (geht aus dem Plexus pampiniformis hervor).