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Gesäß und Rückseite des Oberschenkels

 

Gesäß

 

I. Vor dem Präp.-Kurs ansehen

 

 

Sehen Sie sich die Muskeln, Nerven und Gefäße in einem Atlas an 3.57 – 3.60, 3.95, 6.66, 6.67.

 

Das Gesäß reicht proximal von der Crista iliaca bis zur Gesäßfurche. Die Gesäßfurche entsteht durch Unterhautfettgewebe, das sich gegen die in diesem Gesäßbereich relativ dünne Fascia lata nach Außen wölbt.

 

Die von Außen sichtbare Gesäßfurche bildet nicht den Unterrand des M. gluteus maximus!

 

Während bei der Streckung im Hüftgelenk das Tuber ischiadicum 3.20 (unten links) vom M. gluteus maximus bedeckt ist, wird bei der Beugung der Unterrand des Muskels gegenüber dem Tuber nach proximal verschoben und das Tuber ischiadicum frei, wir sitzen also auf diesem Teil des Beckenknochens.

 

II. Haut-

präparation

 

 

 

Nachdem Sie die Haut abpräpariert haben, suchen Sie innerhalb der je nach Alter und Konstitution im Gesäßbereich stark ausgeprägten Fettgewebsschicht einige der Hautnerven darzustellen 3.92:

Im Gesäßbereich:
Nn. clunium superiores,
Nn. clunium medii,
Nn. clunium inferiores.

 

Im Bereich der Rückseite des Oberschenkels präparieren Sie Äste des :
N. cutaneus femoris posterior.

 

Tragen Sie das gesamte Fettgewebe unter Schonung der Hautnerven ab.

 

Unter der relativ derben Faszie, die den M. gluteus maximus bedeckt, können Sie den grobfaserigen Verlauf des Muskels sehen. Der M.gluteus maximus und Züge der Faszie strahlen in den Tractus iliotibialis ein 3.1, 3.2, 3.65, 3.66.

 

Tragen Sie die Faszie ab.

 

III. Präparation der Muskeln, Nerven und Gefäße

 

 

 

1.   Präparieren sie den M. gluteus maximus.

 

2.   Durchtrennen Sie nun den M. gluteus maximus im medialen Bereich 3.95. Klappen Sie den Muskel nach lateral. Sie sehen die Bursa trochanterica 3.88. Präparieren Sie nun den medialen Teil, wobei Sie den Muskel vorsichtig vom unter ihm liegenden Lig. sacrotuberale präparieren  3.57, 6.67.

 

3.   Am Oberrand des M. gluteus maximus ragt der M. gluteus medius heraus 3.66, 3.67. Nachdem der M. gluteus maximus durchtrennt ist, sehen Sie im oberen Bereich den gesamten M. gluteus medius und darunter den M. piriformis 3.57.

 

4.   Am oberen Rand des M. piriformis treten die A. und V. glutea superior und der N. gluteus superior aus 3.95. Am unteren Rand des M. piriformis treten aus:
N. ischiadicus (als starker Nerv!),
N. gluteus inferior,
A. und V.glutea inferior,
N. pudendus,
A. und V.pudenda interna,
N. cutaneus femoris posterior.

Nach der alten Nomenklatur wird die Durchtrittsstellen oberhalb des M. piriformis Foramen suprapiriforme und die Durchtrittsstelle unterhalb des M. piriformis Foramen infrapiriforme genannt.

 

5.   Präparieren Sie nun die mittlere Schicht der Hüftmuskeln 3.57:
M. piriformis,
M. gemellus superior,
M. obturator internus,
M. gemellus inferior,
M. quadratus femoris.

 

6.   Durchtrennen Sie etwas lateral vom Ansatz und Ursprung den M. quadratus femoris und stellen Sie den M. obturator externus dar 3.58.

 

7.   Vergleichen Sie den Verlauf des M. obturator externus mit dem des M. obturator internus, der beim Verlassen des Beckens am Rand des Foramen sciaticum rechtwinklig umbiegt.

 

8.   Schneiden Sie nun mit dem Seziermesser, etwa 2 cm unterhalb der Crista iliaca (Beckenkamm) bleibend, rundförmig in den M. gluteus medius 3.58, bleiben Sie im gleichen Abstand zur Crista. Sie sollten die Messerspitze im M. gluteus medius in der Tiefe bis zum Knochen führen.

 

9.   Unter dem M. gluteus medius liegt der M. gluteus minimus.

 

10.                    Verfolgen Sie den Verlauf vom/von bis zum M. tensor fasciae latae:
N. gluteus superior und der
A. und V. glutea superior 3.95.

 

 

Präparation der Rückseite des Oberschenkels

 

I. Vor dem Präp.-Kurs ansehen

 

Sehen sie sich die Muskeln, Nerven und Gefäße in einem Atlas an 3.65 – 3.68, 3.69, 3,70, 3.99 – 3.101

 

II. Haut-

präparation

 

 

Die Haut haben sie im Bereich der Rückseite des Oberschenkels bereits präpariert, das Unterhautbindegewebe entfernt und Äste des N. cutaneus femoris posterior dargestellt.

 

III. Präparation der Muskeln, Nerven und Gefäße

 

 

 

1.   Durchtrennen Sie nun die Fascia lata und tragen sie ab, wobei die Nerven zu erhalten sind.

 

2.   Verfolgen sie den N. cutaneus femoris posterior.

 

3.   Oberhalb der Kniekehle können Sie den N. tibialis und die V. und A. tibialis erkennen, die in der Kniekehle (Kapitel „Rückseite des Unterschenkels“) beschreiben werden 3.99.

 

4.   Grenzen sie nun den Hinterrand des Tractus iliotibialis ab 3.66

 

5.   Sie sehen nun auf die ischiocrurale Muskelgruppe, die ihre Bezeichnung von ihrem Ursprung, dem Tuber ischiadicum (Os ischii) haben und vom N. tibialis innerviert werden 3.66.
M. semitendinosus
M. semimembranosus
Caput longum des M. biceps brachii (das Caput breve entspringt vom Oberschenkelknochen (Femur) und wir vom N. fibularis communis innerviert)

 

6.   Der M. semitendinosus ist an seinem Ursprung mit dem Caput longum des M. biceps femoris verwachsen 3.67. Nach kaudal geht der M. semitendinosus in eine lange dünne Sehne über, die über den Pes anserinus an der Tibia ansetzt.

 

7.   Der M. semitendinosus liegt dem M. semimembranosus auf, der an beiden Seiten den M. semitendinosus überragt.

 

8.   Stellen Sie das Caput longum des M. biceps femoris dar.

 

9.   Entfernen Sie nun das Caput longum des M. biceps femoris und den M. semitendinosus, indem Sie unterhalb vom Ursprung und im hohen Bereich der Ansatzsehnen die Muskulatur durchtrennen 3.68.

 

10.                    Damit haben Sie den M. semimembranosus freigelegt. Präparieren Sie nun den M. adductor magnus und den M. adductor minimus sowie das Caput breve des M. biceps femoris unter Schonung des N. ischiadicus.

 

11.                    Der N. ischiadicus ist mit ca. 1,5 cm der dickste Nerv in unserem Körper. Der N. ischiadicus verläuft unter dem Caput longum des M. biceps femoris. Suchen Sie die Teilungsstelle des N. ischiadicus in den N. fibularis communis und den N. tibialis auf, die häufig im oberen Drittel des Oberschenkels, manchmal aber auch erst oberhalb des Knies liegt.

 

12.                    Präparieren sie den Pes anserinus, über den die Sehnen des M. sartorius, M. gracilis und M. semitendinosus am medialen Tibiarand ansetzen.

 

IV. Gelenke und Knochen

 

Siehe hierzu das letzte Unterkapitel „Gelenke der unteren Extremität“.