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Rückseite des Unterschenkels

 

I. Vor dem Präp.-Kurs ansehen

 

Sehen Sie sich die Muskeln, Nerven und Gefäße in einem Atlas an 3.73, 3.74, 3.76 – 3.78, 3.101 – 3.103.

 

II. Haut-präparation

 

 

 

Nachdem Sie die Haut abpräpariert haben, versuchen sie in dem Unterhautbindegewebe folgende Gefäße und Hautnerven zu finden 3.92:

·        V. saphena parva

·        N. cutaneus surae lateralis

·        N. cutaneus surae medialis

·        N. suralis.

 

Tragen Sie nun das restliche Unterhautbindegewebe unter Schonung der Vene und der Nerven ab und säubern Sie die oberflächliche Körperfaszie, die im Unterschenkelbereich Fascia cruris genannt wird. Zwischen dem inneren sowie dem äußeren Knöchels ziehen als Faszienverstärker die Retinacula zum Calcaneus (Fersenbein). Unter diesen Retinacula verlaufen die Sehnen der Fußmuskeln sowie Nerven und Gefäße 3.86, 3.87.

 

III. Präparation der Muskeln, Nerven und Gefäße

 

 

 

Kniekehle (Fossa poplitea) 3.101

Im Bereich der Kniekehle wird die Körperfaszie Fascia poplitea genannt.

 

Merken Sie sich zunächst die Muskelverhältnisse 3.101:

Vom Oberschenkel kommen:

lateral: M. biceps femoris

medial: M. semimembranosus und M. semitendinosus

 

In Richtung Unterschenkel ziehen:

lateral: M. plantaris und Caput laterale des M. gastrocnemius

medial: Caput mediale des M. gastrocnemius.

 

Der rautenförmige Raum zwischen den Muskeln wird von einem Fettkörper ausgefüllt, durch den die Nerven und Gefäße vom Ober- zum Unterschenkel ziehen. Wenn Sie Ihr Knie stark strecken, können Sie den Fettkörper als Vorwölbung tasten.

 

1.   Spalten Sie zuerst die Fascia poplitea und tragen Sie sie ab.

 

2.   Präparieren Sie in dem Fettkörper die nachfolgenden Nerven und Gefäße:
N. fibularis communis – er verläuft entlang der Sehne des M. biceps femoris.
N. tibialis –  liegt zu oberst,
darunter verläuft die V. poplitea
und ganz in der Tiefe die A. poplitea, die hier getastet werden kann.

 

3.   Bei einer starken Blutung kann die A. poplitea kurzfristig durch eine Beugung im Kniebereich komprimiert werden.

 

 

 

Unterschenkel

 

1.  Durchtrennen Sie die Fascia cruris und tragen Sie sie ab, wobei die Nerven und Gefäße geschont werden müssen. Die Retinacula müssen erhalten bleiben! Also nur bis zur Höhe der Retinacula die Faszie abpräparieren.

 

2.   Sie sehen die beiden Muskelbäuche des lateralen und medialen Kopfes des M. gastrocnemius (Wadenmuskel), die in ihre gemeinsame Endsehne, die Achillessehne (Tendo calcaneus) übergehen. Die Achillessehne setzt am Tuber calcanei (Fersenbeinhöcker) an 3.74, 3.76.

 

3.   Oberhalb des Caput laterale des M. gastrocnemius sehen Sie den Muskelkopf des M. plantaris 3.76, dessen Sehne (Tendo m. plantaris) sie medial von der Achillessehne aufsuchen.

 

4.   Medial und lateral von der Achillessehne tritt der M. soleus hervor.

 

5.   Beim Präparieren empfehlen viele am Unterschenkel von unten (distal) nach oben (proximal) vorgehen. Diese Vorgehensweise hat ihre Berechtigung, weil im Knöchelbereich die Strukturen (Sehnen, Gefäße, Nerven) oberflächlich liegen.
Verändern Sie die Reihenfolge der nachfolgenden Präparieranleitung, wenn es in Ihrem Kurs anders sein sollte.

 

6.   Sehen Sie sich die Strukturen im Bereich des äußeren und inneren Knöchels (Malleolus lateralis und medialis) an.

 

7.   Das Retinaculum mm. flexorum 3.87 zieht vom Malleolus medialis zum Tuber calcanei.
Unter diesem Retinaculum verlaufen 3.105:
Sehne des M. tibialis posterior,
Sehne des M. flexor digitorum longus,
Sehne des M. flexor hallucis longus
sowie
N. tibialis
A. tibialis posterior (hier kann der Puls getastet werden),
Vv. tibiales posteriores.

 

8.   Das Retinaculum mm. fibularium (alt: peroneorum) superius zieht vom Malleolus lateralis zum Tuber calcanei 3.86.
Unter diesem Retinaculum verlaufen die Sehnen des
M. fibularis longus (alt: M. peroneus longus)
M. fibularis brevis (alt: M. peroneus brevis).

 

9.   Präparieren Sie nun zunächst die beiden Köpfe des M. gastronemius sauber.

 

10.                    Bestimmen Sie nochmals die Nerven und Gefäße in der Kniekehle (Fossa poplitea).

 

11.                    Durchtrennen Sie nun den medialen Kopf des M. gastrocnemius einige Zentimeter unterhalb seines Ursprungs und präparieren Sie seine Unterseite sauber.

 

12.                    Sie sehen nun auf den M. soleus, den M. plantaris und den M. popliteus 3.77.

 

13.                    Verfolgen Sie die Sehne des M. plantaris, die entlang der medialen Seite fußwärts zieht.

 

14.                    Säubern Sie, sofern noch nicht geschehen, die Kniekehle vom Fettkörper und stellen Sie die Gefäße und Nerven bis zum Arcus tendineus m. solei dar, wo der N. tibialis und die A. und V. tibialis posterior unter den M. soleus ziehen 3.102.
(Kurz unterhalb der Kniekehle gehen aus der A. poplitea die A. tibialis posterior und die A. fibularis hervor).

 

15.                    Bitte beachten Sie, dass die den Arterien namensgleichen Venen als Paare vorliegen. Die Vv. popliteae vereinigen sich in der Kniekehle zu einem Gefäß.

 

16.                    Durchtrennen Sie nun den M. soleus etwa 3 cm unterhalb seines Ursprungs und lösen Sie den Muskel von  der Fibula (Wadenbein) und der Tibia (Schienbein) ab 3.103.

 

17.                    Präparieren Sie die durch den Arcus tendineus  m. solei durchtretenden N. tibialis und die A. tibialis posterior und die Vv. tibiales posteriores bis zum Knöchel frei.

 

18.                    Präparieren Sie die A. fibularis mit den Vv. fibulares.

 

19.                    Präparieren Sie nun den  M. popliteus.

 

20.                    Und nun die tiefen Beuger:
M. flexor digitorum longus,
M. tibialis posterior,
M. flexor hallucis longus.

 

IV. Gelenke und Knochen

 

Siehe hierzu das letzte Unterkapitel „Gelenke der unteren Extremität“.