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Gelenke der unteren Extremität

 

I. Vor dem  Präp-Kurs ansehen

 

 

 

Vor der Präparierübung ansehen: Sie sollten die einzelnen Knochen und die wesentlichen Merkmale an diesen Knochen kennen: 3.17 – 3.32.

 

 

 

Im Bereich der unteren Extremität kommen an Gelenken vor:

1.   Hüftgelenk (Articulatio coxae)

2.   Kniegelenk (Articulatio genus)

3.   oberes Sprunggelenk (Articulatio talocruralis)

4.   vorderes unteres Sprunggelenk (Articulatio talocalcaneonavicularis)

5.   hinteres unteres Sprunggelenk (Articulatio subtalaris)

6.   Gelenke des Mittelfußbereichs

7.   Zehengelenk

Hüftgelenk (Articulatio coxae) 6.66 und 6.67

 

 

 

 

 

 

 

Vorderseite des Beins

Entfernen Sie alle noch vorhandenen Muskeln in Höhe des Hüftgelenks. Den M. psoas major und den M. iliacus (beide verwachsen oberhalb des Leistenbandes (Lig. inguinale) zum M. iliopsoas) durchtrennen Sie direkt  unterhalb des Lig. inguinale 3.93 und 3.56.

 

Sie sehen nun auf das 6.66

Lig. iliofemorale und das

Lig. pubofemorale.

 

Das Lig. iliofemorale ist ca. 1 cm dick und damit das stärkste Band in unserem Körper. Das Lig. pubofemorale ist schwächer ausgebildet. Durch den Spalt, der zwischen beiden Bändern liegt, kann sich der Kopf des Oberschenkelknochens (Caput femoris) bei einer Hüftgelenksluxation hindurchdrücken.

 

Rückseite des Beins

Entfernen Sie alle noch vorhandenen Muskeln. Wenn der M. obturator externus und der M. obturator internus noch vorhanden sind, entfernen Sie beide Muskeln, wobei die Membrana obturatoria erhalten bleiben muss 3.93, 6.67.

 

Präparieren Sie das Lig. ischiofemorale 6.67. Zwischen dem Lig. ischiofemorale und dem Lig. ileofemorale liegt eine schwache  Stelle der Gelenkkapsel des Hüftgelenks.

 

Durchtrennen Sie nun das Lig. ischiofemorale und auf der Vorderseite das Lig. pubofemorale (das Lig. iliofemorale sollte erhalten bleiben).

 

Eröffnen Sie das Gelenk. Ziehen Sie nun etwas am Kopf des Femur und rollen den Kopf etwas nach hinten. Dadurch wird das Lig. capitis femoris sichtbar, das der Versorgung des Femurkopfes dient 3.59.

 

Beachten Sie beim Studium des Acetabum 3.59, dass das Acetabum aus der dünnwandigen Fossa acetabuli besteht, die sichelförmig von der Facies lunata umgeben ist. Die Facies lunata ist mit Knorpel überzogen, der in der Fossa acetabuli fehlt. Dagegen ist die Fossa acetabuli mit einem Fettpolster ausgefüllt.

 

Kniegelenk (Articulatio genus)

 

 

 

Vorderseite des Kniegelenks

Entfernen Sie zunächst die noch vorhandenen Muskeln bis auf ihre Sehnenansätze in diesem Bereich 3.41. Das sind:

M. rectus femoris

M. vastus lateralis

M. vastus medialis

M. vastus intermedius 3.61, 3.62, 3.63, 3.64.

 

Diese vier Muskeln werden zum M. quadriceps femoris zusammengefasst, weil sie eine gemeinsame Endsehne (die Quadrizepssehne = Tendo m. quadricipitis femoris) bilden, in der die Patella (Kniescheibe) eingelagert ist.. Diese Sehne setzt sich in das Ligamentum patellae fort, das etwa 3 cm breit und etwa 0,5 cm dick ist.

 

Stellen Sie dar, wie der M. vastus medialis in das Retinaculum patellae mediale und der M. vastus lateralis in das Retinaculum patellae laterale einstrahlen.

 

Präparieren Sie das Lig. collaterale fibulare und das Lig. collaterale tibiale sauber. Das Lig. collaterale fibulare 3.42 ist durch Fettgewebe von der Gelenkkapsel getrennt, das Lig. collaterale tibiale ist mit der Gelenkkapsel fest verbunden.

 

Unter den Bändern liegt die Gelenkkapsel.

 

Klappen Sie nun die Reste der Muskeln nach unten, der M. articularis genus soll erhalten bleiben.

 

Machen Sie einen kreisförmigen Schnitt durch die Kapselwand, wobei die beiden Ligg. collateralia erhalten bleiben sollen und klappen Sie die Wand der Gelenkkapsel mit der Patella und dem Retinaculum patellae mediale und dem Retinaculum patellae laterale nach unten ab. Dazu müssen Sie noch die bindegewebige Plica synovialis infrapatellaris durchtrennen, die zwischen den Kondylen des Femurs liegt.

 

Der vordere Gelenkspalt wird von den Plicae alares bedeckt, die einen Teil des Corpus adiposum darstellen. Drücken Sie diese Plicae alares nach unten.

 

Jetzt sehen Sie auf die beiden Menisken (Meniscus medialis und Meniscus lateralis) 3.43.

 

Trennen Sie die Gelenkkapsel von den Menisci und klappen Sie die Wand der Gelenkkapsel mit den anhängenden Gebilden (s.o.) weiter nach unten.

 

Der Meniscus medialis ist mit dem Lig. collaterale tibiale verwachsen.

 

Der Meniscus lateralis ist nicht mit dem Lig. collaterale fibulare verwachsen. Da er auch nur punktuell mit der Gelenkkapsel verbunden ist, ist er gut verschiebbar.

 

Weil der Meniscus medialis weniger verschiebbar ist, ist er häufiger von Verletzungen betroffen.

 

An der Vorderseite sind beide Menisci durch das Lig. transversum genus verbunden 3.43.

 

Präparieren Sie nun unterhalb der Kondylen die Gelenkschmiere (Synovia) vorsichtig ab um das Lig. cruciatum anterius darzustellen 3.43. Dazu beugen Sie das Gelenk maximal.

In dieser Stellung können sie auch das Lig. cruciatum posterius gut präparieren

 

 

 

 

 

Rückseite des Kniegelenks

 

Tragen Sie die Muskeln bis auf einen 5 – 10 cm langen Sehnenansatz ab.

 

Präparieren Sie an der medialen Seite des Knies das Pes anserinus 3.64. Über das Pes anserinus setzen die Sehnen des M. sartorius, M. gracilis und M. semitendinosus am medialen Tibiarand an.

 

Unter dem Pes anserinus liegt das Lig. collaterale tibiale.

 

Präparieren Sie die Sehne des M. biceps femoris bis zum Ansatz

 

Verfolgen Sie die Sehne des M. semimembranosus bis zum Ansatz am Condylus medialis der Tibia und präparieren Sie die von der Ansatzsehne wegziehenden Fasern, die als Lig. popliteum obliquum zur hinteren Kapselwand des Kniegelenks ziehen, wo sie die Gelenkkapsel verstärken.

 

Kürzen Sie die Sehnen des Caput mediale und laterale des M. gastrocnemius. In der Sehne des Caput laterale fühlen Sie manchmal was knöchernes, das ist ein kleines Sesambein, das Fabella genannt wird.

 

 

 

Membrana interossea cruris

 

 

 

Präparieren Sie die Membrana sauber.

 

Sprunggelenke

 

 

Wir unterscheiden ein oberes und ein unteres Sprunggelenk.

 

Oberes Sprunggelenk (Articulatio talocruralis) 3.52, 3.53

 

Die Gelenkpfanne wird von der Malleolengabel (Innen- und Außenknöchel = Malleolus lateralis und medialis), der Gelenkkopf von der Trochlea tali (Sprungbeinrolle) gebildet 3.50.

 

 

 

Unteres Sprunggelenk

Das untere Sprunggelenk wir durch das Lig. talocalcaneum interosseum 3.53 in das

vordere untere Sprunggelenk (Articulatio talocalcaneonavicularis) und das

hintere untere Sprunggelenk (Articulatio subtalaris) 3.53, 3.55 unterteilt. (weiter s. Lehrbücher).

 

An Bändern sollten Sie präparieren:

Lig. mediale (alt: Lig. deltoideum). Präparieren Sie zunächst die in diesem Bereich verlaufenden Sehnen mit ihren Sehnenscheiden 3.87 sowie die Nerven und Gefäße 3.105 nochmals durch und entfernen Sie diese Sehnen dann.

Das Lig. mediale kann in vier Teile (Pars) unterteilt werden, es zieht als starkes Band vom Innenknöchel (Malleolus medialis) fächerförmig zu den Fußwurzelknochen

 

Stellen Sie die Ligg. tibiofibulare posterius 3.50 und anterius 3.53 dar. Diese beiden Bänder enthalten elastische Fasern.

 

Das Lig. talocalcaneum interosseum 3.53 hemmt die Supinationsbewegung.

 

Sollten Sie Zeit haben weitere Bänder zu präparieren, orientieren Sie sich bitte in einem Atlas, z.B. 3.50-3.53 .

 

Gelenke des Mittelfußes

 

Sollten Sie sich bei Bedarf selber erarbeiten.

Zehengelenke