Vordere Halsregion | Unter der vorderen Halsregion verstehen wir den dreieckigen Bereich, der zwischen dem Unterrand des Unterkiefers (Mandibula) und dem rechten und linken M. sternocleidomastoideus liegt 5.1. Zu diesem Bereich zählen 1.3: - Trigonum submandibulare und Trigonum submentale (Regio suprahyoidea),
- Trigonum caroticum.
Das Platysma haben Sie auf ca. 5 cm gekürzt. Klappen Sie das Platysma nun hoch. Zwischen den beiden Mm. sternocleidomastoidei sehen Sie eine Reihe von Muskeln, die an einem dünnen Knochen enden oder entspringen. Dieser Knochen ist das Zungenbein (= Os hyoideum). Trigonum submandibulare Dieses unterhalb des Unterkiefers (Mandibula) liegende Dreieck enthält als größte Struktur die Glandula submandibularis. - Entfernen Sie zunächst die Faszie (Fascia submandibularis), indem Sie die Faszie am Unterrand des Unterkiefers (Mandibula) und dann im Trigonum submandibulare ablösen.
- Präparieren Sie zuerst den rechten und linken Venter anterior des M. digastricus 5.14. Die Glandula submandibularis kann bis an diesen Muskel reichen.
- Schonen Sie den dünnen N. mylohyoideus, der am lateralen Rand des Venter anterior des M. digastricus verläuft.
- Von der V. jugularis interna zweigt die V. facialis ab 5.18, die über der Glandula submandibularis zum Rand der Mandibula (Unterkiefer) zieht. Präparieren Sie die V. facialis bis zum Unterrand der Mandibula.
- Die A. facialis verläuft hinter der Glandula submandibularis und gelangt erst im Bereich des Unterkiefers am vorderen Rand des M. masseter an die Seite der V. facialis (der Puls kann hier getastet werden).
- Präparieren Sie nun die Glandula submandibularis stumpf aus ihrer bindegewebigen Hülle. Suchen Sie den Drüsengang, der Ductus submandibularis genannt wird. Mobilisieren Sie stumpf (mit den Fingern) die Glandula und stellen Sie den Ductus submandibularis bis zum Diaphragma oris dar. Der Ductus submandibularis schlingt sich um den hinteren Rand des M. mylohyoideus und zieht dann oberhalb des vom rechten und linken M. mylohyoideus gebildeten Diaphragma oris nach vorne. Er mündet neben dem Zungenbändchen auf der warzenartig aussehenden Caruncula sublingualis.
- Stellen Sie die A. und V. submentalis dar, die aus der A. und V. facialis hervorgehen.
- Der M. mylohyoideus bildet mit dem M. geniohyoideus und dem Venter anterior des M. digastricus den Boden des Trigonum submandibulare (Mundbodenmuskeln) 4.60, 4.58. Entfernen Sie das den M. mylohyoideus umgebende Fettgewebe. Sie sehen nun, dass die beiden Mm. mylohyoidei durch die Raphe mylohyoidea miteinander verbunden sind.
- Achten sie auf den dünnen N. mylohyoideus, der von lateral auf den Venter anterior des M. digastrius zuläuft und unter ihm weiter zieht.
- Trennen Sie nun den Venter anterior des M. digastricus und den M. mylohyoideus kurz oberhalb des Os hyoideum und schlagen Sie den M. mylohyoideus im Bereich der Mandibula um.
- Suchen Sie am Hinterrand des M. mylohyoideus den N. lingualis auf.
- Sie sehen nun auf den M. geniohyoideus und den M. hyoglossus 4.61.
- Dem M. hyoglossus liegt oberflächlich der N. hypoglossus an.
- Spalten Sie nun den M. hyoglossus in Faserrichtung. Medial vom M. hyoglossus finden Sie dann die A. lingualis.
- Achten Sie beim M. mylohyoideus auf kleine Einlagerungen, das sind Drüsenläppchen der Glandula sublingualis.
Trigonum caroticum Vorbemerkungen: Das Trigonum caroticum liegt zwischen dem M. sternocleidomastoideus sowie dem Venter posterior des M. digastricus und dem Venter superior des M. omohyoideus 5.14. In diesem Bereich teilt sich die Höhe des Adamapfels (beim Mann) die A. carotis communis in die A. carotis externa und die A. carotis interna 5.1. Präparieranleitung: Der M. sternocleidomastoideus wird zunächst belassen und während der Präparation zur Seite gedrängt, außer, er behindert zu sehr, dann fragen Sie bitte einen Assistenten, ob Sie ihn kurz oberhalb seiner beiden Ursprünge trennen können. - Entfernen Sie nun das mittlere Blatt der Halsfaszie. Diese Faszie ist mit der unter ihr liegenden V. jugularis interna verwachsen. Beachten sie die unter der Faszie liegenden Nerven!
- Unter der Faszie liegen nachfolgende Muskeln, die Sie säubern müssen 5.9
- M. sternohyoideus, - M. sternothyroideus. - M. omohyoideus. - M. thyrohyoideus. - Beachten Sie, dass der M. omohyoideus aus 2 Muskelbäuchen besteht, die sehnig miteinaner verbunden sind 5.9. Diese Zwischensehne ist mit der V. jugularis interna verbunden 5.18.
- Nun liegt die V. jugularis interna vor Ihnen, medial von der Vene sehen Sie die unter ihr liegende A. carotis communis 5.15, 5.18.
- Medial liegt auf der Wand der V. jugularis interna ein dünner Nerv, das ist die Radix superior der Ansa cervicalis.
- Verfolgen Sie die Ansa cervicalis nach kranial, dann finden Sie einen kurzen Teil des N. hypoglossus.
- Von der Radix superior der Ansa cervicalis ausgehend können Sie einen dünnen Nerven verfolgen, der über die V. jugularis interna bogenförmig hinwegzieht und dann lateral von der V. jugularis interna verläuft, das ist die Radix inferior der Ansa cervicalis.
- Versuchen sie nun vorsichtig mit dem Zeigefinger die V. jugularis interna vom umgebenden Bindegewebe zu mobilisieren, indem Sie mit dem Zeigefinger unter sie fahren und sie so von den anderen Strukturen trennen.
- Der V. jugularis interna liegen als Knötchen die tiefen Halslymphknoten (Nodi lymphatici cervicales profundi) an.
- Medial der V. jugularis interna liegt von ihr größtenteils bedeckt die A. carotis communis. Lösen Sie auch die Arterie von ihrer Umgebung.
- Suchen Sie die Teilungsstelle der A. carotis communis auf, wo sie sich in die A. carotis interna und die A. carotis externa teilt 5.1.
- Versuchen Sie im Sinus caroticus (zwischen der A. carotis interna und externa) das ca. 3 mm große Glomus caroticum (ein Chemorezeptor) zu tasten und zu präparieren. Mit Geschick finden Sie auch dünne Nerven, die Rami sinus carotici (aus dem N. glossopharyngeus) genannt werden.
- Bestimmen Sie die im Trigonum caroticum aus der A. carotis externa abgehenden Äste 5.15:
- A. thyroidea superior (geht kurz oberhalb der Teilungsstelle aus der A. carotis externa ab), - A. lingualis (geht in Höhe des Os hyoideum (Zungenbein)) ab, - A. facialis (geht oberhalb des Horns des Os hyoideum ab). - Stellen Sie dorsal von den beiden Gefäßen (A. carotis interna, V. jugularis interna), etwa in der Rinne zwischen ihnen, den N. vagus (10. Hirnnerv) dar 5.19. Der N. vagus ist ein relativ dicker Nerv.
- Auf der dorsalen (hinteren) Seite der A. carotis communis verlaufen zumeist dünne Nervenstränge, die zusammen den Truncus sympathicus bilden. Entfernen Sie dazu das tiefe Blatt der Halsfaszie (Lamina praevertebralis der Fascia cervicalis) und präparieren Sie den Sympathikus.
- Präparieren Sie nun die Schilddrüse (Glandula thyroidea) mit ihren Gefäßen. Trennen Sie dazu den M. sternohyoideus und den M. sternothyroideus an ihrem Ursprung am Brustbein (Sternum) und klappen Sie die beiden Muskeln hoch.
- Sehen Sie sich die vor Ihnen liegende Schilddrüse an. Zieht vom Querstück (Isthmus glandulae thyroideae) ein Fortsatz nach kranial? Dieser Fortsatz wird Lobus pyramidalis genannt, er kann bis zum Zungenbein reichen 5.22.
- Eröffnen Sie das äußere bindegewebige Blatt (Capsula externa) der Schilddrüsenkapsel und präparieren Sie die Schilddrüse frei (das innere Blatt ist fest mit der Schilddrüse verbunden).
- Präparieren Sie die Schilddrüsengefäße:
- A. thyroidea superior, - A. thyroidea inferior, - Vv. thyroideae superior und inferior. - Lösen Sie die Schilddrüse stumpf von der hinter ihr liegenden Trachea (Luftröhre).
- Versuchen Sie auf der Rückseite der Schilddrüse die kleinen Epithelkörperchen (Glandulae parathyroideae) zu finden.
- Stellen Sie in der Rinne zwischen der Rückseite der Schilddrüse sowie der Trachea (Luftröhre) und dem Oesophagus (Speiseröhre) den dort verlaufenden N. laryngeus recurrens dar.
Nach Entfernung der Schilddrüse sehen Sie sich das Zungenbein (Os hyoideum), den Kehlkopf und die Trachea (Luftröhre) mit ihren Knorpelspangen an 5.15. |