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3.5 Tiefe Gesichtsregion | - Entfernen Sie über dem M. masster die Fascia masseterica. Säubern Sie anschließend den M. masseter und entfernen Sie dorsal vom M. masseter über dem Kiefergelenk das Binde- und Fettgewebe.
- Trennen Sie den M. masseter vom Rand des Unterkiefers (Mandibula) und schlagen ihn nach oben um.
- Suchen Sie unter dem M. masseter als dünnen Nervenstrang den N. massetericus und die A. masseterica auf. Der N. massetericus zieht durch die Incisura mandibulae (Einbuchtung zwischen den zwei oberen Fortsätzen der Mandibula = Processus coronoideus und Processus condylaris) hindurch in den oberen Teil des M. masseter.
- Belassen Sie am N. massetericus ein kleines Stück des M. masseter um den Nerv später besser bestimmen zu können. Anschließend trennen Sie den M. masseter vom Jochbogen (Arcus zygomaticus) und entfernen ihn ganz.
- Der Jochbogen (Arcus zygomaticus) wird nun von einem Assistenten an seinem vorderen und hinteren Ende durchsägt und entfernt. Anschließend durchsägt der Assistent den Processucs coronoideus der Mandibula.
- Nun wird der Processus coronoideus mit dem an ihm hängenden M. temporalis nach oben umgeschlagen. Evtl. müssen Sie noch einige Mukelfasern des M. temporalis, die an der Mandibula ansetzen, durchtrennen.
- Sie sehen nun auf die unter dem M. temporalis verlaufenden Nn. temporales profundi und die A. und V. temporalis profunda.
- Nachdem der Assistent vom oberen Rand des Corpus der Mandibula (Ramus mandibulae) ein Stück absägt hat, haben Sie einen Gesamtüberblick über die Fossa infratemporalis (Unterschädelgrube).
- Dabei wird Ihnen zunächst ein Gefäßgeflecht auffallen, das vom venösen Plexus pterygoideus gebildet wird. Grenzen Sie die Gefäße des Plexus von den anderen Gefäßen ab und entfernen Sie die Äste des Plexus pterygoideus am besten zusammenhängend um so einen besseren Überblick zu bekommen.
- Danach dürfte die Sicht übersichtlicher sein. Sie sehen zum Mund hin den M. buccinator und im Bereich der Fossa infratemporalis den
- M. pterygoideus medialis und den - M. pterygoideus lateralis – der M. pterygoideus lateralis besitzt 2 Köpfe. - Sie haben bereits den Abgang der A. maxillaris aus der A. carotis externa bestimmt. Manchmal verläuft die A. maxillaris über den M. pterygoideus lateralis, häufiger unter diesem Muskel. Sehen Sie nach, welcher Verlauf die A. maxillaris bei Ihrem Präparat nimmt. Verläuft sie über dem M. pterygoideus lateralis, dann verfolgen Sie die A. maxillaris bis zu ihrem Abgang aus der A. carotis externa. Versuchen Sie dann die nachfolgenden Äste zu bestimmen:
- A. auricularis profunda und A. tympanica anterior – das sind sehr kleine Gefäße, die hinter der Mandibula ohrwärts ziehen. - A. alveolaris inferior, - A. meningea media, - A. temporalis profunda. - Versuchen Sie die A. meningea media bis zum Foramen spinosum darzustellen, durch das die A. meningea media in die mittlere Schädelgrube zieht. Die A. meningea media wird vom N. auriculotemporalis umschlungen.
- Der M. pterygoideus lateralis besitzt wie zuvor schon erwähnt 2 Köpfe. Oberhalb des M. pterygoideus lateralis treten die Nn. temporales profundi und der N. massetericus hervor.
- Zwischen den beiden Köpfen des M. pterygoideus lateralis tritt der N. buccalis durch.
- Am Unterrand des M.pterygoideus lateralis treten der N. lingualis und der N. alveolaris inferior hervor, die über den M. pterygoideus medialis verlaufen.
- Versuchen Sie einen dünnen Nervenast zu finden, der sich dem N. lingualis im Bereich der Mm. pterygoidei anschließt. Es handelt sich dabei um die Chorda tympani (Ast des 7. Hirnnerven, N. facialis).
- Jetzt können Sie den M. pterygoideus lateralis entfernen, wobei die Gefäße und Nerven erhalten bleiben müssen. Sollte die A. maxillaris unter dem M. pterygoideus lateralis verlaufen, dann holen Sie die oben bereits beschriebenen Präparierschritte bitte nach.
- Jetzt können Sie gut die Durchtrittsstelle der A. meningea media im Foramen spinosum erkennen.
- Außerdem können sie den N. mandibularis an seiner Austrittsstelle, dem Foramen ovale, bestimmen. Versuchen Sie möglichst viele Äste des N. mandibularis (= 3.Ast des N. trigeminus = 5. Hirnnerv) darzustellen, u.a.:
- N. massetericus, - N. buccalis, - Nn. temporales profundi, - Nn. pterygoidei, - N. lingualis, - N. alveolaris inferior. - Nun bleibt noch das Kiefergelenk (Articulatio temporo-mandibularis) zu präparieren. Präparieren Sie zuerst die relativ schlaffe Kapsel des Kiefergelenks und das Lig. laterale, das die Gelenkkapsel lateral verstärkt. Das Kiefergelenk verbindet den Unterkiefer (Mandibula) mit dem Os temporale (Schläfenbein).
- Eröffnen Sie die Gelenkkapsel und stellen Sie den Discus articularis dar. Durch den Discus articularis wird das Kiefergelenk in ein Scharnier- und ein Schiebegelenk unterteilt.
- Bestimmen Sie auch das:
- Lig. splenomandibulare - Lig. stylomandibulare. Beide Ligamenta stehen jedoch in keiner direkten Beziehung zum Kiefergelenk! - Ein Assistent wird den Processus condylaris (Glenkfortsatz) der Mandibula durchsägen und die Gelenkkapsel eröffnen. Der Rest des M. pterygoideus lateralis sitzt über der Gelenkkapsel am Discus articularis an.
- Wenn Sie den Processus condylaris nach oben schlagen, können Sie die Chorda tympani und die aus der A. maxillaris hervorgehende A. tympanica anterior vollständig darstellen.
- Wenn Sie noch Zeit haben, sollten Sie die Mandibula von der Incissura mandibulae beginnend aufmeiseln und den Canals mandibulae darstellen, in dem der N. und A. alveolaris inferior verlaufen.
- Stellen Sie den bereits von Ihnen präparierten N. auriculotemporalis vollständig dar. Bei manchen Präparaten ist dieser Nerv von der A. temporalis superficialis umschlungen.
- Stellen Sie die V. retromandibularis dar, die u.a. das venöse Blut aus der V. temporalis superficialis aufnimmt und in die V. facialis mündet..
- Trennen Sie nun die Rami des N. facialis in Höhe ihres Eintritts in die mimischen Muskeln ab und schlagen Sie den N. facialis mit seinen Ästen vorsichtig über das Ohr zurück.
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