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5. Mundhöhle 

Bei den nachfolgenden Präparierschritten gehe ich davon aus, dass der Kopf halbiert vorliegt. Ist das nicht der Fall, müssen Sie bei der Perspektive etwas umdenken.

Die Mundhöhle kann im Wesentlichen in 3 Bereiche unterteilt werden, das Mundhöhlendach, der Mundhöhlenboden und der Vorhof (der Raum zwischen Wange und der Zahnreihe). Ausgefüllt wird die Mundhöhle von der Zunge.

  1. Bestimmen Sie zuerst am Mundhöhlendach die Grenze zwischen dem harten und weichen Gaumen (Palatum durum und Palatum molle). Als harten Gaumen bezeichnen wi die vorderen 2/3 des Gaumens, der dem Knochen (Oberkiefer und Gaumenbein = Maxila und Os palatinum) direkt anliegt. Den weichen Gaumen erkennen Sie daran, dass Sie ihn mit dem Finger eindrücken können. Der weiche Gaumen wird vom Gaumensegel gebildet, das am Zäpfchen (Uvula) mit dem Gaumensegel der anderen Seite in Verbindung steht.
     
  2. Der weiche Gaumen geht in den vorderen Gaumenbogen (Arcus palatoglossus) über. In der Bucht zwischen dem vorderen Gaumenbogen und dem hinteren Gaumenbogen (Arcus palatopharyngeus) liegt die Gaumenmandel (Tonsilla palatina) – sofern sie nicht operativ entfernt wurde.
     
  3. Schneiden Sie nun die Schleimhaut zwischen hartem und weichem Gaumen ein und ziehen Sie mit der Pinzette (und dem Skalpell) vorsichtig die Schleimhaut über dem weichen Gaumen ab.
     
  4. Präparieren Sie die Gaumenmandel (Tonsilla palatina) frei, anschließend entfernen Sie sie.
     
  5. Den unter dem hinteren Gaumenbogen liegenden M. palatopharyngeus haben Sie bereits bei der Präparation des Pharynx (Schlund) präpariert. So bleibt noch der unter dem vorderen Gaumenbogen liegende M. palatoglossus darzustellen.
     
  6. Bestimmen Sie nochmals den bereits im Kapitel Pharynx (Kapitel Hals) präparierten M. levator veli palatini.
     
  7. Etwas oberhalb (vor) dem M. levator veli palatini finden Sie den M. tensor veli palatini.
     
  8. Neben dem M. tensor veli palatini verläuft der N. mandibularis. Wenn Sie den N. mandibularis schädelwärts präparieren, finden Sie am oder kurz unterhalb vom Foramen ovale das Ganglion oticum.
     
  9. Entfernen Sie die Schleimhaut über dem harten Gaumen, suchen Sie das Foramen palatinum majus auf und versuchen Sie einen guten Teil des N. palatinus major darzustellen.
     
  10. Ziehen Sie die Oberlippe ab und versuchen Sie auf der Innenseite der Oberlippe in Höhe des zweiten oberen Mahlzahns (2. Molar) ein kleines Schleimhauthöckerchen (Papilla ductus parotidei) zu tasten, das die Einmündung des Ductus parotideus (Ohrspeicheldrüse) bildet. Öffnen Sie den Mund und präparieren Sie die Einmündung.
     
  11. Wenn Sie die Schleimhaut an der Innenseite der Wange entfernen, legen Sie den M. buccinator frei.
     
  12. Sehen Sie sich jetzt die Zunge an. Bestimmen Sie zunächst auf dem Zungenrücken als relativ große Zungenpapillen die Wallpapillen (Papillae vallatae), die in einer V-förmigen Linie angeordnet sind. Hinter den Wallpapillen liegt der Sulcus terminalis mit einer grubenartigen Vertiefung, die Foramen caecum genannt wird.
     
  13. Heben Sie die Zungenspitze hoch. An der Zungenunterseite sehen Sie eine von der Zungenspitze zum Zungengrund (Mundboden) median (in der Mitte) verlaufende dünne Schleimhautfalte, die zwischen zwei Schleimhauthöckerchen, den Caruncula sublinguales endet. Von der Caruncula zieht wulstförmig die Plica sublingualis nach dorsal.
     
  14. Lösen Sie die Schleimhaut in Bereich der Plica sublingualis von der Zungenunterseite ab. Damit legen sie die Unterzungendrüse (Glandula sublingualis) frei.
     
  15. Drängen Sie den Seitenrand der Zunge zur Seite und suchen Sie nun von der Caruncula sublingualis ausgehend den Ductus submandibularis. Auf der Caruncula münden der Ductus submandibularis und der Ductus sublingualis major (Ausführunggang der Unterkiefer- und der Unterzungendrüse). Der Ductus submandibularis verläuft medial von der Glandula sublingualis 4.56.
     
  16. Präparieren Sie die Stelle, an der der Ductus submandibularis den N. lingualis überkreuzt.
     
  17. Etwas dorsal dieser Überkreuzung finden Sie das Ganglion submandibulare.