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6. Augenhöhle  

Bisher haben Sie im Augenbereich den M. orbicularis oculi präpariert.

  1. Präparieren Sie nun mit der Rückseite des Skalpells von der oberen und dann der unteren lateralen Seite ausgehend den M. orbicularis oculi von den unter ihm liegenden Strukturen ab
  2. Durchtrennen Sie am oberen Augenrand den M. levator palpebrae superiores, achten Sie darauf, den direkt unter der Sehne des M. levator palpebrae superioris liegenden M. rectus superior nicht zu beschädigen!
  3. Durchtrennen Sie am unteren Augenrand das Septum orbitale.
  4. An der lateralen Seite müssen Sie das Lig palpebrale laterale durchtrennen (das Lig. palpebrale mediale muss erhalten bleiben!)
  5. Durchtrennen Sie nun die Bindehaut (Konjunktiva) am Übergang vom oberen und unteren Augenlid auf den Augapfel.
  6. Schlagen Sie das gesamte abgetrennt Paket nun nach medial (über Stirn und Nase) um. Sie sehen nun auf den Augapfel und das ihn umgebende Fettgewebe.
     
  7. Entfernen Sie zuerst das Fettgewebe (Corpus adiposum orbitae). Achten Sie im medialen Teil der Augenhöhle darauf, möglichst die Augenkanälchen (Caniculi lacrimales) zu erhalten.
     
  8. Stellen Sie oberhalb des Augapfels den M. levator palpebrae superioris und den unter ihm liegenden M. tarsalis superior dar.
     
  9. Anschließend präparieren Sie im oberen lateralen Teil der Augenhöhle (Orbita) die Tränendrüse (Glandula lacrimalis). Bestimmen Sie die Sehne des M. levator palpebrae superioris, die die Tränendrüse in zwei Teile unterteilt (die kleinere Pars palpebralis und die Pars orbitalis).
     
  10. Präparieren Sie unterhalb des Augapfels den M. obliquus bulbi inferior und den M. tarsalis inferior sauber.
     
  11. Stellen Sie an der medialen Wand der Orbita den Tränensack (Saccus lacrimalis) dar und versuchen Sie eines der beiden Tränenröhrchen (Canaliculi lacrimales) bis zum Tränenpunkt (Punctum lacrimale) zu präparieren.
     
  12. Um den Inhalt der Augenhöhle (Orbita) vollständig präparieren zu können, muss jetzt zunächst die Dura mater (harte Hirnhaut) in der vorderen Schädelgrube vollständig entfernt werden (sofern das Gehirn schon vorher entnommen wurde). Anschließend wird von einem Assistenten der obere Teil der knöchernen Orbita (Orbitadach) mit der Säge durchtrennt . Idealerweise wird dabei der Canalis opticus eröffnet.
     
  13. Tragen Sie den mit der Säge gelösten Knochenteil vorsichtig ab um die die Augenhöhle auskleidende Knochenhaut (Periorbita) nicht zu beschädigen.
     
  14. Sie sollten sich jetzt die topographischen Verhältnisse eingeprägt haben, bevor Sie mit dem Präparieren beginnen. Die Augenhöhle kann in einen peribulbären und einen retrobulbären Bindegewebsraum unterteilt werden. Der peribulbäre Raum besteht im Wesentlichen aus dem Augapfel, der retrobulbäre Raum, der hinter und um den Augapfel herum liegt, enthält die Augenmuskeln, die Nerven und Gefäße sowie das Orbitalfett (Corpus adiposum orbitae).
     
  15. Eröffnen Sie nun die Periorbita, indem Sie an den Knochenrändern die Knochenhaut einschneiden und sie vorsichtig abheben. Bestimmen Sie den N. opticus im Canalis opticus und die A. ophthalmica, die ebenfalls durch den Canalis opticus zieht (die V. ophthalmica superior gelangt durch die Fissura orbitalis superior in die Schädelhöhle). Vor dem Canalis opticus ist der Sehnerv von einem Sehnenring (Anulus tendineus communis) umgeben, an dem die 4 geraden Augenmuskeln und der M. obliquus superior entspringen.
     
  16. Direkt unter der Periorbita verlaufen in der dünnen Fettschicht
    - N. trochlearis
    - N. ophthalmicus mit seinen Ästen: N. frontalis und N. lacrimalis.
     
  17. Verfolgen Sie den N. frontalis, der den N. supraorbitalis und den N. supratrochlearis abgibt.
  18. Der N. lacrimalis wird von der A. und V. lacrimalis begleitet.
     
  19. Präparieren Sie den M. levator palpebrae superioris, der zuoberst in der Mitte der Augenhöhle liegt. Die oberflächliche Sehne dieses Muskels haben Sie bereits bei der Präparation der Augenhöhle von vorne durchtrennt, so dass Sie den Muskel jetzt unter den bereits dargestellten Nerven hindurchziehen und nach dorsal verlagern können (über den N. opticus).
     
  20. Unter dem M. levator palpebrae superioris liegt der M. rectus superior, den Sie sauber präparieren sollen.
     
  21. Medial vom M. rectus superior verläuft der N. nasociliaris, dessen Äste, der N. ethmoidalis posterior, N. ethmoidalis anterior und N. infratrochlearis Sie als Abgänge darstellen sollen
  22. Präparieren Sie den medial liegenden M. obliquus superior. Beachten Sie besonders seine Sehne, die in der Trochlea abgelenkt wird und weiter unter den M. rectus superior verläuft. Achten Sie bei der Darstellung des M. obliquus superior auf den N. trochlearis, durch den der M. rectus superior innerviert wird.
     
  23. Unter dem M. obliquus superior liegt der M. rectus medialis.
     
  24. Lateral vom M. rectus superior liegt der M. rectus lateralis. Säubern Sie ihn von dem umgebenden Fettgewebe und präparieren Sie auf seiner Unterseite nahe dem Anulus tendineus den N. abducens.
     
  25. Entfernen Sie sehr vorsichtig das verbleibende Orbitalfett um das oberhalb vom N. opticus liegende Ganglion ciliare nicht zu übersehen. Das Ganglion ciliare liegt etwa 2 cm hinter dem Augapfel lateral vom N. opticus.
     
  26. Sie sehen nun auf den N. optcus. Vielleicht konnten Sie einige Äste der Nn. ciliares breves erhalten, die das Ganglion ciliare verlassen.
     
  27. Präparieren Sie die unterhalb vom N. opticus liegenden M. rectus inferior und den M. obliquus inferior
  28. Sehen Sie sich an einem Schädelmodell die Öffnungen der Orbita an. Rekapitulieren Sie die hindurchtretenden Nerven und Gefäße.